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Extreme Textiles
Matilda McQuaid
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Technische Textilien sind das Lieblingsthema
der Kuratorin Matilda McQuaid. Das vorliegende Buch ist zur gleichnamigen
Ausstellung im Cooper Hewitt-Museum in New York erschienen und
gliedert die Textilien nach ihren Eigenschaften (stark, schnell,
leicht, sicher und "intelligent").
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Zum Inhalt
Die Ausstellung "Extreme Textiles - Designing for High Performance" fand
vom 8. April bis 23. Okt. 2005 im Cooper Hewitt National Design Museum
in New York statt. Sie betrachtete zeitgenössische Designthemen
aus dem Blickwinkel textiler Fasern und Strukturen. Matilda McQuaid,
die Kuratorin, verwirklichte mit dieser Schau ihren mehr als dreizehnjährigen
Traum, denn ihrer Meinung nach gehören technische Textilien zu den
innovativsten und reinsten Beispielen heutiger Gestaltung. Sie schreibt
im Ausstellungskatalog:“ Industrietextilien werden selten oder
gar nicht auf ästhetische Ansprüche hin entwickelt, dennoch
wohnt ihnen Schönheit inne, wohl deswegen, weil sie Präzision,
Feinheit, Textur und eine genaue Wiederholung im Detail darbieten, ebenso
wie die maschinelle Kunst des 20. Jh. auch sonst“.
Der Katalog ist in fünf Themenbereiche gegliedert, die Eigenschaften
repräsentieren: Stärker, Schneller, Leichter, Sicherer und
Intelligenter. Der Katalog ist von Matilda McQuaid herausgegeben, mit
Beiträgen von Susan Brown, John W.S. Hearle, Alyssa Becker, Philip
Beesly & Sean Hanna, Cara McCarty, Amanda Young und Patricia Wilson.
Im Kapitel „Stärker“ wird auf die alten textilen Grundtechniken
des Webens, Flechtens, Strickens und Stickens eingegangen, jedoch mit
neuen Fasern und Verfahren. Das handwerkliche Vorbild des Stickens wird
z. B. bei maßgefertigten Implantaten in der Medizin benutzt, weil
bei dieser Technik die Richtung beliebig gewählt und die Implantate
bedarfsgerecht an bestimmten Stellen verstärkt werden können.
- Ein Anwendungsbeispiel der Flechttechnik ist der Festo-Flüssigmuskel,
der seine Kraft entfaltet, wenn die geflochtene Struktur benetzt wird.
Das Kapitel „Schneller“ enthält ein Interview mit einem
Bootsbauer, der Kompositmaterial einsetzt (Karbonfaser-Harzverbindungen).
Hierbei kommen in Küperbindung produzierte Karbongewebe zur Anwendung,
die dem Material eine höhere Flexibilität verleihen.
Im Kapitel „Leichter“ werden u. a. ultraschallgeschweißte
Schlauchstoffe aus elastischem Garn beschrieben, hergestellt auf einer
dreidimensionalen Klöppelmaschine. Die in drei Richtungen verstärkten
doppelt gezwirnten dreidimen-sionalen Stoffe eignen sich für Kompositmaterialien,
die höchsten Beanspruchungen standhalten müssen.
Das Kapitel „Sicherheit“ kreist überwiegend um Raumfahrtbekleidung,
erläutert von Amanda Young, der Kuratorin für Raumfahrtgeschichte
am Nationalen Luft- und Raumfahrtmuseum der Smithsonian-Stiftung.
Besonders interessant ist das Kapitel, das sich mit dem Thema „Intelligenter“ beschäftigt,
weil hier u. a. auch Arbeiten von Künstlern Platz finden. Maggie
Orth, die Gründerin von International Fashion Machines (IFM) beschäftigt
sich mit flexibler elektronischer Kunst. Die Textilkünstlerin Laurie
Carlson arbeitet mit optischen Fasern und Lichteffekten. Rachel Wingfield
verwendet ebenfalls Licht, das sie in Bettwäsche und Kissen einbringt,
um Patienten, die Lichttherapien brauchen, neue Behandlungsmöglichkeiten
zu bieten. Sheila Kennedy integriert Licht in Architektur.
Sehr zutreffend ist die Schlussbemerkung der Kuratorin dieser Ausstellung: „Textilien
bringen eine stille Revolution hervor“. Man muss hinzufügen:
weil diese Revolution sich großenteils hinter den verschlossenen
Türen der Raumfahrt- und Militärforschung abspielt.
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