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Twentieth-Century Fabrics
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Zum Inhalt
Die Autorin dieses Buches ist die ehemalige Direktorin der Stoffbibliothek des Palazzo Grassi in Venedig und Professorin für Textilkunst. In diesen Eigenschaften hat sie an die 70 Ausstellungen zu Themen wie Stoffe, Kostüme und Stickerei nicht nur in Venedig, Rom, Berlin, London und New York ausgerichtet, sondern auch in St. Petersburg und Peking. Es ist eine Freude, einer mit so viel Sachverstand ausgestatteten Autorin zu folgen, die versucht, den "stillen Gestaltern" im Textildesign Ehre zukommen zu lassen.
Der Verlag Skira hat nach seinem Band "Italian Art Ceramics" ein weiteres Buch über moderne dekorative Kunst herausgeben wollen, das historische und technische Hintergrundinformationen in knapp bemessenen Texten mit viel Illustrationsmaterial enthält.
Trotz knapp bemessenen Platzes für schriftliche Ausführungen schafft es Doretta Davanzo Poli, ihre erstaunlich guten Kenntnisse über die Stoffsammlungen in Europa und Amerika in ihre Übersicht einzuarbeiten. Für Deutschland z. B. erwähnt sie die Webkünstlerin Else Mögelin, die dort nur Eingeweihten bekannt ist oder Grete Reichardt, die während ihrer aktiven Zeit in der DDR lebte und deswegen im Westen nahezu unbekannt geblieben ist, aber als Bauhaus-Schülerin großartige Textilkunst geschaffen hatte, vergleichbar mit dem Werk Gunta Stölzls. Solche Werke waren lange Zeit in den Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz "versteckt", einer Stadt, die den Älteren vielleicht nur als Karl-Marx-Stadt bekannt ist.
Das Buch ist chronologisch gegliedert, beginnend mit William Morris und der Arts & Crafts-Bewegung in England, dem Jugendstil um Henri van der Velde in Belgien und Deutschland, der Wiener Werkstätte, dem Art Déco in Frankreich, der russischen Avantgarde der 1920er Jahre, über den italienischen Futurismus der 1930er Jahre bis zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg, der Pop Art, Op Art und Kinetischen Kunst und ihren Einflüssen auf die Stoffgestaltung. Im Blick der Autorin sind vornehmlich die hochwertigen Stoffe für Mode und Interieur. Daher nehmen Produkte aus Frankreich und vor allem Italien breiten Raum ein.
Für mich überraschend war die Tatsache, dass ich die meisten der französischen und italienischen Textilgestalter ihren Namen nach nicht kannte, obgleich mir in den letzten 30 Jahren nicht viele Bücher über Stoffe entgangen sein kšnnen. Zu häufig haben die Modeproduzenten in den Bereichen Bekleidung und Innenausstattung die Autoren der von ihnen verarbeiteten Stoffe verschwiegen oder in ihren Dokumentationen zu klein geschrieben.
Im Anhang dieses sehr empfehlenswerten Buches befinden sich ein Glossar, vor allem auch eine Übersicht mit 173 Nennungen zu den Stoffkünstlern und Fabrikanten sowie eine chronologisch geordnete Bibliographie.
Beatrijs Sterk
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