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Fortuny
Anne-Marie Descholdt und Doretta Davanzo Poli
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Der Leser wird in diesem prächtig illustrierten
Buch über den berühmten Stoff- und Bekleidungskünster
u.a. mit seinen aufwendigen Drucktechniken in Gold und Silber auf
Samt und transparenter Seide bekannt gemacht.
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Zum Inhalt
Dieses neue Buch über den großen Stoffmagier Mariano Fortuny
(1871-1949) wurde im Jahr 2000 von der französischen Journalistin
Anne-Marie Descholdt zusammen mit der Kuratorin des Museums für Angewandte
Kunst in Venedig, Doretta Davanzo Poli zunächst französisch
bei Editions du Regard, Paris, herausgebracht. Gestochen scharfe Farbabbildungen
illustrieren die Beiträge der Autorinnen. Die gezeigten Textilien
entstammen zumeist der umfangreichen Sammlung von Liselotte Höhs.
Der Leser wird hier nicht nur mit dem berühmten Stoff- und Kleiderkünstler
bekannt gemacht, sondern auch mit dem Kostümentwerfer, Bühnenbildner,
Lichttechniker, Photographen, Maler, Inneneinrichter und Ingenieur, als
der sich Fortuny auch noch betätigt hatte. Wie ein Renaissance-Künstler
wollte er sich nicht einem festen Berufsbild zuordnen lassen. Er wollte
vor allem Vergangenheit zum Leben erwecken. In Zusammenarbeit mit seiner
Frau Henriette Negrin, einer Expertin für natürliche Farbstoffe,
erfand er unzählige Färbeverfahren, die sich alle aus altem
Handwerkerkönnen herleiteten. In seinem Palazzo in Venedig beschäftigte
er viele Drucker; mehr als 50 Patente tragen seinen Namen, so auch die
dauerhaft plissierten Seiden, mit denen er weltberühmt wurde. Neben
seiner Werkstatt im Zentrum der Lagunenstadt entstand 1919 die Firma Società
Anonima Fortuny, eine Seidenstoffdruckerei auf der Insel Giudecca.
Nachdem seine Stoffe und Kleider auf der Pariser Weltausstellung bekannt
geworden waren, hatte er schon 1911 in der Seine-Stadt einen Laden eingerichtet,
dem 1929 ein Couture-Geschäft in New York folgte, wo seine Kreationen
schwindelerregende Preise erzielten. Weniger bekannt ist seine Firma AEG
Beleuchtungssystem Fortuny GmbH in Berlin, mit der er beleuchtungstechnische
Aufgaben bearbeitete und indirekte Beleuchtungseffekte für Theaterzwecke
kreierte.
Den beiden Autorinnen gelingt es, Fortuny in seiner ganzen gestalterischen
Besessenheit lebendig werden zu lassen, mit seinen großen Erfolgen,
aber auch seinen finanziellen Abstürzen. Die letzte Firma unter seinem
Namen, "Tessuti Artistici Fortuny", hatte seine Frau Henriette
1951, zwei Jahr nach seinem Tod, eröffnet und bis zu ihrem eigenen
Ableben 1965 geführt. Die Firma wurde dann 1994 von Elsie Lee mit
einem Mitarbeiterstab von 30 Personen wiedereröffnet.
Die Kuratorin Doretta Davanzo Poli gibt eine sehr genaue und ausführliche
Beschreibung von Fortunys aufwendigen Drucktechniken mit Gold und Silber
auf Samt, auch auf nachempfundenem Samt, von Spitzen-Motiven auf transparenter
Seide, Ätztechniken, japanischen Drucktechniken und weiteren Finessen
des Künstlers, so dass dieses Buch für Textil- und Bekleidungsdesigner
auch Praxiserfahrung vermittelt.
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